Ergänzungen  zur Auslegung

Prophet Maleachi –Mal 3,1- Der Vers im Zusammenhang:

Der Name bedeutet „Bote“

„Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen. (1) Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des Schmelzers und wie die Lauge der Walker. (2) Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen.“ (3)

 

Prophet Jesaja     Jes 40,3 Der Vers im Zusammenhang:

Tröstender Aufruf an das Volk in der Verbannung in Babel

„Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. (1) Redet Jerusalem zu Herzen und ruft ihr zu, dass sie vollendet hat ihren Frondienst, dass gesühnt ist ihre Schuld; dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes für all ihre Sünden. (2) Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN! Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott! (3) Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. (4) Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alles Fleisch wird sie sehen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.“(5)

 

Stimme eines Rufers   rufen > genau übersetzt: „schreien“ --- Vergleichstexte

„Und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloï, Eloï, lema sabachtani?, das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Mk 15,34)

Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern? (Lk 18,7)

Ein sicher belegtes Wort Johannes des Täufers, weil es auch in Johannes-Evangelium erwähnt ist:

„Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. (Joh 1:23)

 

„Seht, ich sende meinen Boten ...“ Vielleicht will Markus damit andeuten, dass uns bis heute Menschen geschickt werden, die uns den Zugang zu Christus vermitteln. Es sind Boten, die uns vertraut machen mit Jesus . Markus selber hatte in Petrus diesen Boten, er hat ihm den Weg zu Christus eröffnet . Markus hat Jesus nie persönlich kennengelernt, ist ihm nicht als Schüler gefolgt. Aber nach altkirchlicher Überlieferung hat er den sprachlich unkundigen Petrus und seine Gattin durch das römische Imperium begleitet – vermutlich von 49 bis 64 n.Chr., also rund 15 Jahre lang, Er ist ihm als Dolmetscher zur Verfügung gestanden. Er hat laufend das auf Griechisch übersetzt, was der Apostel in seiner eigenen aramäischen Sprache den griechisch sprechenden Gemeinden schildern wollte  – Mehr noch: Petrus hat es bezeugt, weil er ja von der ersten Stunde an dabei war. Den jungen Christen-Gemeinden hat es gut getan, schon wenige Jahre nach ihrer Gründung sozusagen „Live-Berichte“ über den Meister und Gesalbten Jesus zu hören. Nach dem Tod des Petrus wird sich Markus in Rom daran gemacht haben, diese Erinnerungen und Mitschriften in ein Buch zusammen zu fassen. Die Abfassung fällt etwa in die Jahre 65 bis 69 n.Chr.

 

 

Werdegang des Johannes: Was bei Johannes dazu geführt hat, dass er zu einem Rufer wurde, das erzählt Markus nicht. Wir erfahren auch nicht, was beigetragen hat,  dass er in der Wüste auftrat. Erst aus dem Lukas-Evangelium erfahren wir, dass er aufgewachsen war in Stadtnähe, nahe bei Jerusalem. Er war vorgeprägt von einem Vater, der im Tempel als Priester Dienst leistete und von einer Mutter, die unter dem  Ruf litt, zu keiner Schwangerschaft geeignet zu sein. Als sie dann doch schwanger wurde, lebte sie 5 Monate lang zurückgezogen. Die moderne Bibelforschung hat noch mehr herausgefunden, was seinen Werdegang geprägt haben könnte. Vermutlich war er wie viele andere Priestersöhne nicht dem Vater nachgefolgt im traditionellen Dienst im Gotteshaus. Es legt sich der Verdacht nahe, dass er in die elitäre jüdische Männergemeinschaft eingetreten ist, die sich in der Wüste als „Söhne des Lichts“ auf die Endzeit vorbereitet haben und gründlicher die heiligen Schriften studierten - heute sind sie bekannt als die Essener von Qumran. Wichtig war ihnen, sich täglich vor Gott rein zu waschen, weil sie sich immer wieder schuldig gemacht hatten. Vielleicht ist Johannes in dieser klosterähnlichen Gemeinschaft zur Einsicht gekommen, dass es ein ärmliches Gottesbild ist, das ihn zum ständigen Beobachter unserer Sünden macht. Vielleicht hat er das tägliche ängstliche Reinwaschen einmal vor der versammelten Gemeinschaft in Frage gestellt. Spätestens dann wird er verstoßen worden sein. Dann stand er mittellos in der Wüste und konnte nur bei den Beduinen Zuflucht nehmen. Es wurde ihm klar, dass es wichtiger ist, einmal in einem entschlossenen Akt das alte Leben sterben zu lassen und sich einen Neubeginn zusagen zu lassen.

 

Der Schauplatz. Johannes hatte sich bewusst einen geschichtsträchtigen  Platz am Jordan ausgewählt. 1200 Jahre zuvor hatte ungefähr an dieser Stelle das jüdische Volk ihr versprochenes gelobtes Land betreten. Mose hatte es nach dem 40 Jahre dauernden Marsch durch die Wüste hierher geführt. Es war an einer Fuhrt durch den Jordan, der sich dort durch die Wüste schlängelt und nach 8 Km ins Tote Meer mündet.