3. Dez. 2017_1. Advent

1. Advent-Sonntag:

Lebt aufmerksam!

 

Jesus fordert auf: "Verfallt nicht in den Schlaf der Gleichgültigkeit. Denn ihr kennt die entscheidende Stunde nicht. Dazu – wie ihr es von mir gewohnt seit – eine kurze Szene:

Ein Mensch hatte vor, außer Landes zu reisen. Zuvor übertrug er den Bediensteten je eigene Verantwortungsbereiche. Als er den Gutshof durch das Portal verließ, drehte er sich nochmals um und trug dem Türhüter eindringlich auf: "Du hast zu wachen“.

Das ist die Lehrgeschichte. Prägt sie euch ein! Also wacht nun! Denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob des Abends – also im ersten Viertel der Nacht, oder um Mitternacht – also im zweiten Viertel, oder zum ersten Hahnenschrei – also im dritten Viertel, oder in der Morgendämmerung – im vierten Viertel. Achtet darauf, dass er euch nicht im Schlummerzustand findet, wenn er plötzlich kommt. Was ich euch sage (gemeint sind die am Beginn des Kapitels genannten vier engsten Vertrauten Jesu), das sage ich allen – besonders den künftigen Gemeinden. Wacht! Haltet Ausschau!" (Siehe Markus 13,33-37)

 

Der Türhüter hat 2 wichtige Aufgaben, weswegen er kein Schlummerdasein führen darf:

  1. Er muss Acht geben, dass kein schädlicher Eindringling, keine dunkle Gestalt des Nachts in die Besitzungen des Herrn gelangt und dort sein Unwesen treibt. Der Wächter muss ihn selber abwehren oder Alarm schlagen, falls er zu stark ist. Dass er sich einschleicht, das ist die größere Gefahr als dass er in einer Übermacht daher kommt.

  2. Der Türhüter muss dem Herrn das Portal öffnen zu jeder möglichen und unmöglichen Zeit.

Der Wächter in unserem menschlichen Körper ist das Immunsystem, es darf nicht schlafen. Denn Infektionen  entstehen, wenn Krankheitserreger wie Bakterien, Viren usw. eindringen und sich vermehren. Das biologische Abwehrsystem (=Immunsystem) dient dazu, Schädigungen zu verhindern. In den Körper eingedrungene Mikroorganismen entfernt es. Zusätzlich ist es in der Lage, fehlerhaft gewordene körpereigene Zellen zu zerstören. Das Immunsystem des Embryo im Mutterleib und kurz nach der Geburt wäre  noch nicht in der Lage, effektiv Krankheitserreger zu bekämpfen. Der Fötus und Säugling ist daher auf die Schutzfunktion durch mütterliche Antikörper angewiesen (sog. Nestschutz), die er über die Plazenta und dann durch die Muttermilch aufnimmt. In den ersten Lebensmonaten beginnt das Immunsystem, sich auf die Abwehr von Krankheitszellen vorzubereiten.

Sogar Computer brauchen einen Virenschutz – unerlässlich, sonst sind wertvolle Daten in Gefahr. Es geht um die Überwachung von schädlichen Eindringlingen. Jesus legt darauf großen Wert – gerade vor seinem Weggehen. Die Gemeinde braucht den Türhüter, der Stopp sagt, wenn sich etwas einschleicht, das nichts mit dem Auftrag Jesu zu tun hat. Wächter muss nicht immer derselbe sein, abwechseln können vierschiedene Mitglieder sich zu Wort melden, aber die anderen sollten darauf achten. Es gibt im Glauben Phasen der Abwesenheit Gottes. Da gilt eine Hauptregel: Nicht dem billigen seichten Leben verfallen, sondern wach sein. Auch jeder einzelne Gläubige muss in sich Wachposten aufstellen, um nicht dem antriebslosen, oberflächlichen Leben (=dem spirituellen Schlaf) zu verfallen. Es besteht die sichere Zusage, dass der Herr nicht endlos wegbleibt. Er kommt und lädt zum Festmahl ein – aber wann, das lässt er offen.

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Mag. Martin Zellinger

Bibeltheologe, Reiseleiter & Eigentümer Lester Hof

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