20. Mai 2018

Pfingstsonntag

Der Geist - euer Beistand.

"Wenn jener kommt, der Geist der Wahrheit … wird er mich verherrlichen, denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden." Johannes 16,12 – 15

 

Das Johannes-Evangelium überliefert uns drei ausführliche Abschiedsreden Jesu. In jeder von ihnen ist der „Geist“ ein Hauptthema. „Ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht erkennt. Ihr aber kennt ihn.“ (Joh 14,16)  Beim Thema Geist scheiden sich die Geister. Manche haben wertvolle Erfahrung damit gemacht, wenn sie sich im spirituellen helfenden Diensten betätigt haben und darin einen Sinn entdeckt haben. Andere können damit nichts anfangen, weil sie getrieben sind von Geschäftigkeit und Zwängen, oft vom schmalen Blick auf eigene Vorteile.

Unter dem Aquädukt hören wir vom vierten Pfingstereignis (von insgesamt fünf): Petrus schildert in Cäsarea, "wie Jesus umherzog und Gutes tat." Daraufhin wird der Geist ausgegossen auf alle, die das Wort hörten:

auf den römischen Hauptmann Kornelius und seine Familie. (Apg 10)

Wie können wir Geist-Erfahrungen und kirchliche Hoffnungskreise heute fördern?      3 Erfahrungen dazu:

 

1. Geist-Erfahrung wird in der Gemeinschaft spürbar, die achtsam umzugehen versteht mit den Anliegen der Einzelnen. Große Pläne und Veranstaltungen beeindrucken vordergründig, aber: Bleiben sie auch offen für die Sorgen der Unauffälligen? Dazu ist reger Austausch und Gespräch nötig, wo jeder zu Wort kommt und wo sich die zurückhalten, die sonst immer vorne stehen, wortge­wandt und gelehrte sind. Selbstbewusste Reden, vom Papier herunter Gelesenes und mächtige Pläne können den Geist ersticken. Wertschätzendes Hinhören auf jeden und besonders auf die sonst Schweigsamen – das kann den Geist fördern. Der Geist ist allen Glaubenden gegeben. Das bestätigen die Erfahrungen bei mehrtägigen Pilger-Wanderungen, geistlichen Klausur-Tagungen oder spirituellen Hauskreisen. Beleg aus dem ersten Pfingstereignis: „Weissagen werden eure Söhne und eure Töchter (etwa nicht die mit dem religiösem Amt?). Eure jungen Männer werden Visionen sehen.“ Apg 2,17

 

2. Gemeinsam sich das Leben Jesu abschnittweise veranschaulichen: Wenn eine regelmäßige Abend-Runde genau hinschaut, wie er umgegangen ist mit Hilfe Bedürftigen, mit Begleitern und mit Widersachern, dann ruft die Gruppe seinen Geist wach. Wenn die Gruppe sorgfältig nachliest, was er gelehrt hat, dann wird ein Hauch von dem lebendig, was er damals verbreitet hat. Dazu ist eher eine kluge, wertschätzende Leitung nötig, als eine Fülle von biblischem Vorwissen. Das „Wort“ selber rührt die Mitglieder an und bringt etwas Heilsames in Gang. Die Teilnehmer können es hinterher bezeugen. Beleg aus dem ersten Pfingstereignis: Petrus bezeugt seine Erfahrung mit Jesus von Nazaret, einen Mann, der von Gott beglaubigt wurde, in dem er durch ihn starke und wunderbare Taten geschehen ließ. „Gott hat sie in eurer Mitte gewirkt.“ Apg 2,22

 

3. Offen sein für Lösungen, die außerhalb der Tagesordnung liegen. Tüchtige Gemeinden packen etwas an und machen Fortschritte. Sie sollten aber nicht übersehen, dass sie sich auch selber packen lassen vom Geist. Der zeigt sich oft in den überraschenden Wendungen. Damit ist nicht Launenhaftigkeit gemeint, sondern Offenheit für das Unvorhergesehene, für die kleinen Möglichkeiten, für die störenden Zwischenrufe. Unnachgiebigkeit und starres Vorgehen schiebt dem Geist einen Riegel vor. Offene Türen lassen frische Luft herein. Beleg aus dem ersten Pfingstereignis: Da gerieten alle außer sich und waren ratlos. Sie sagten einer zum anderen: Was mag dies sein? Apg 2,12

Impressum

Mag. Martin Zellinger

Bibeltheologe, Reiseleiter & Eigentümer Lester Hof

Lest 1, 4212 Kefermarkt          e-mail: m.zellinger@aon.at         Telefon: +43 (0) 699 11 50 66 45

Datenschutz ©Martin Zellinger